Such a massive program requires a dedicated information system.
Regierungen in ganz Europa bemühen sich mit Hochdruck um die Modernisierung veralteter Brücken – ausgelöst durch den maroden Zustand der Infrastruktur und die zunehmende Zahl von Einstürzen. Frankreich steht vor einer besonderen Herausforderung: Mehr als ein Drittel der Brücken des Landes müssen dringend von Grund auf saniert oder ersetzt werden.
"In den letzten Jahren wurden wir auf dramatische Weise daran erinnert, wie anfällig Straßenbrücken sind", sagte Thomas Plantier, Leiter für digitale Transformation am Zentrum für Studien und Kompetenz zu Risiken, Umwelt, Mobilität und Stadtplanung (Centre for Studies and Expertise on Risks, the Environment, Mobility and Urban Planning, kurz Cerema). "Nach dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua im Jahr 2018 erkannte die französische Regierung die Notwendigkeit, den Zustand der Brücken in Frankreich zu untersuchen und zu bewerten."
Zu jener Zeit gab es in Frankreich kein landesweites Programm zur Bewertung des Zustands von Brücken. Angesichts von über 36.000 Straßenverkehrsbehörden, viele davon in kleinen Gemeinden mit begrenzten Ressourcen, war die Herausforderung enorm. Wie hat die französische Regierung also Zehntausende von Brücken innerhalb eines engen Zeitrahmens evaluiert? Sie statteten Außendienstmitarbeiter und Entscheidungsträger mit modernster Kartentechnologie aus.
Such a massive program requires a dedicated information system.
Das von der Regierung neu ins Leben gerufene Nationale Brückenprogramm unter der Leitung von Cerema übernahm die Koordination von 250 Mitarbeitern 30 verschiedener Bauunternehmen. In der Anfangsphase waren 11.500 Gemeinden involviert. Sie hatten 6 Monate Zeit für die Vorbereitungen und 18 Monate, um die Bestandsaufnahme durchzuführen. "Ein derart umfangreiches Programm erfordert ein spezielles Informationssystem", sagte Plantier. Cerema entschied sich für ein Geographisches Informationssystem (GIS), da es die benötigten Kartierungsfunktionen sowie mobile Survey-Werkzeuge, Datenmanagement und Möglichkeiten zur Visualisierung bietet.
Die Außendienstteams konnten Daten, darunter Standortangaben und Bilder, häufig auch offline erfassen. Die Mitarbeiter im Büro hatten Zugriff auf eine gesicherte Datenbank, eine öffentliche Karte sowie auf einen Zustandsbericht für jede Brücke und die jeweils zugehörige Stützmauer. Die Geschäftsleitung konnte Dashboards nutzen, um den Fortschritt zu visualisieren und zu überwachen.
In der ersten Phase des Projekts prüften 250 Außendienstmitarbeiter 45.000 Brücken und Stützmauern. Alle Daten wurden erfasst und der Fortschritt über Dashboards geteilt. Dadurch konnten die Teams schnell die Bauwerke ermitteln, für die Reparaturen am dringendsten erforderlich waren.
Die erste Bestandsaufnahme von Cerema lieferte einen umfassenden Überblick über den Zustand von Tausenden von Brücken und Stützmauern im ganzen Land. Eine interaktive Online-Karte machte die Daten für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die Untersuchung ergab, dass 10 Prozent der untersuchten Bauwerke zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit sofortige Maßnahmen erforderten und 21 Prozent umfangreiche Reparaturen benötigten. Die Sanierungsarbeiten sind bereits im Gange. Cerema hat zudem Richtlinien erstellt, die den Kommunalbehörden bei der künftigen Instandhaltung von Brücken helfen sollen. Im April 2023 hat die Regierung die Maßnahmen zur Brückenerfassung im Rahmen des Nationalen Brückenprogramms ausgeweitet. Weitere 3.200 Gemeinden schlossen sich an, womit sich die Gesamtzahl auf fast 15.000 auf dem französischen Festland (mit Korsika) und auf 43 in den Überseegebieten belief.
Die Gesamtzahl der erfassten Bauwerke umfasst nun 40.855 Brücken und 22.602 Mauern auf dem französischen Festland sowie 434 Brücken und 113 Stützmauern in den Überseegebieten.
"Die datengesteuerten und kartenbasierten Ergebnisse des Nationalen Brückenprogramms haben dazu beigetragen, die Rolle von Cerema als maßgebliche Instanz für die Qualität von Brücken und Infrastruktur zu festigen", sagte Plantier. "Dieser datengesteuerte Ansatz, der auf GIS-basierten Surveys beruht, ist ein Modell, das wir auch bei anderen Initiativen anwenden möchten."